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Projekt Flucht und Asyl

Anbieter

pro familia Landesverband Hessen

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Adresse

pro familia Landesverband Hessen
Palmengartenstraße 14
60325 Frankfurt

Telefon

069 - 44 70 61

Beschreibung / Selbstdarstellung

Perspektiven für ein Leben ohne Angst - Informationen zum Projekt „Flucht und Asyl“ des pro familia Landesverbandes Hessen e.V.  
 
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gibt an, dass allein im Jahr 2017 von Januar bis Juli 72.353 Menschen einen Asylantrag gestellt haben. Davon waren 75,7% unter 30 Jahre alt und ca. ein Drittel der Schutzsuchenden sind Frauen. 27.094 dieser Asylanträge wurden für Kinder bis zu einem Alter von 4 Jahren gestellt.  
 
pro familia steht diesen Menschen mit Rat und Tat zur Seite. Ziel ist es, dass geflüchtete Menschen alle Beratungsangebote selbstverständlich nutzen können. Aufgrund der unterschiedlichsten Lebenswege, Fluchterfahrungen und –motive, Sprachen und Kulturen braucht es jedoch spezielle Instrumente. pro familia hat deshalb  
• Informationsmaterialien in bis zu 9 Sprachen und;  
• gut bebilderte Anschauungsmaterialien zur Unterstützung in der Beratung erstellt;  
• einen Fonds für Dolmetscher*innen-Kosten eigerichtet; daraus können alle hessischen pro familia-Beratungsstellen unbürokratisch Gelder abrufen, um entsprechend qualifizierte Dolmetscher*innen für Beratung und Sexualpädagogik hinzuzuziehen;  
• die Fachkräfte in den Beratungsstellen kontinuierlich weiterqualifiziert, insbesondere zu den Themen „kultursensible Beratung“ sowie „Beratung traumatisierter Menschen“;  
• neue Angebote geschaffen:  
- Gruppenangebote in den Flüchtlingsunterkünften zu den Themen Verhütung, Körperwissen,  
- sexualpädagogische Angebote für minderjährige, unbegleitete Geflüchtete;  
- Fortbildungsveranstaltungen zu sexualpädagogischen Fragestellungen für Fachkräfte, die mit minderjährigen unbegleiteten Geflüchteten arbeiten.  
 
Die Nachfrage in Hessen konzentriert sich auf 6 Kernbereiche:  
 
1. Beratung rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt  
Die Fachkräfte von pro familia informieren geflüchtete Frauen und Paare über Schwangerenvorsorge, Geburtsvorbereitung, Entbindungsmöglichkeiten, Hebammen, Kinderbetreuung und vieles mehr. Auch Fragen zur finanziellen Absicherung werden beantwortet, bei Bedarf erfolgt eine Begleitung bei Ämtergängen.  
 
Viele Studien belegen, wie gravierend und nachhaltig sich schwere Belastungen und Traumatisierungen auf Schwangere und die frühe Elternzeit auswirken. Der Schwangerenberatung kommt deshalb besondere Bedeutung zu: pro familia übernimmt hier eine wichtige Lotsenfunktion in das unterstützende Netz der vielfältigen Hilfen vor Ort.  
 
Informationen zur Schwangerenberatung liegen in 8 Sprachen vor: Albanisch, Amharisch, Arabisch, Englisch, Farsi, Somali, Tigrinya und Türkisch.  
 
2. Schwangerschaftskonfliktberatung  
Bei unerwünschter Schwangerschaft informiert pro familia geflüchtete Frauen über ihr Recht, eine selbstbestimmte Entscheidung für oder gegen die Schwangerschaft zu treffen und versorgt sie dazu mit wichtigen Informationsmaterialien in ihrer Muttersprache.  
Informationen zur Schwangerschaftskonfliktberatung liegen ebenfalls in 8 Sprachen vor: Albanisch, Amharisch, Arabisch, Englisch, Farsi, Somali, Tigrinya und Türkisch.  
 
3. Gruppenangebote in den Flüchtlingsunterkünften zu den Themen Verhütung, Körperwissen,  
Der Großteil der geflüchteten Menschen ist zwischen 20 und 30 Jahre alt. Somit in einem Alter, in dem sie bereits eine Familie haben oder evtl. gründen möchten. Der Wissenstand zu den o.g. Themen kann individuell sehr unterschiedlich sein. Fachkundige Informationen und Orientierungshilfen gibt pro familia zu folgenden Themen:  
 
- gängige Verhütungsmittel/ Umgang mit Empfängnisregelung  
- Sexuell übertragbare Krankheiten; wie schütze ich mich davor  
- Fragen zur Frauengesundheit/ Männergesundheit  
- Schwanger in Deutschland - welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es  
- Gleichberechtigung in der Aufnahmegesellschaft  
 
4. Einzel- und Paarberatung, auch bei Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt  
 
Erst wenn geflüchtete Menschen ihre Lebensbasis in Deutschland sichergestellt haben (Unterkunft/ Wohnung, Asylanträge, Deutschkurse), können tiefer liegende Probleme angegangen werden, wie z.B.  
 
- Konflikte in der Partnerschaft  
- selbstbestimmte Sexualität und Verhütung  
- sexuelle Orientierung  
- häusliche Gewalt  
- Trennungsabsichten  
- sexuelle Gewalterfahrungen während der Flucht  
 
Die Beratungsstellen verzeichnen eine steigende Nachfrage nach Einzel- und Paarberatungen seit diesem Jahr.  
 
5. Sexualpädagogische Angebote für minderjährige Geflüchtete  
 
Die minderjährigen unbegleiteten Geflüchteten, die in einem fremden Land und einer meist unbekannten Kultur die Pubertät bzw. ihre Adoleszenz durchleben, stehen vor vielfältigen Herausforderungen:  
 
- Konfrontation mit einem meist unbekannten Wertesystem  
- Abrupte Loslösung von der Herkunftsfamilie  
- Einsamkeit und Suche nach neuen Bezugspersonen.  
 
In dieser Lebensphase entwickeln sich neben eigenen sexuellen Gefühlen und Bedürfnissen vor allem konkrete Vorstellungen von männlichen und weiblichen Geschlechterrollen. Gleichzeitig kann es zu Wertekollisionen zwischen Herkunfts- und Aufnahmekultur kommen. Sexualpädagogik kann hier einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Jugendlichen und gelingender Inklusion leisten.  
Konkrete Inhalte können sein: Informationen zu Rollenbildern/ Werten/ Haltungen insbesondere Gleichberechtigung von Mann und Frau; rechtliche Informationen; Vermittlung von Wissen über männliche/ weibliche Geschlechtsorgane; Verhütung; sexuell übertragbare Krankheiten  
 
6. Fortbildungsveranstaltungen zu sexualpädagogischen Fragestellungen für Fachkräfte, die mit minderjährigen Geflüchteten arbeiten  
 
Die Fachkräfte in Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete haben eine wichtige Vorbildfunktion und sehen sich mit vielen Fragen konfrontiert: Welchen Aufklärungsbedarf haben die Jugendlichen? Was beinhaltet eine kultursensible Sexualpädagogik? Welche möglichen Auswirkungen haben Fluchterfahrungen wie Gewalt, sexuelle Gewalt, Traumatisierungen auf die Entwicklung und auf zukünftige Beziehungsgestaltung?  
Den Jugendlichen fehlt es an Wissen, was ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland beinhaltet. Welche Möglichkeiten und Grenzen bietet dieses Leben? Wie können Betreuer*innen den Jugendlichen die Ausgestaltung eines selbstbestimmten Lebens vermitteln.  
Zu allen diesen Fragen bietet pro familia ein- oder zweitägige Fortbildungsveranstaltungen an, entweder als Inhouse-Schulung für ganze Teams oder als Seminar für Teilnehmer*innen aus verschiedenen Wohngruppen.

Anmerkungen

Falls Sie in diesen Bereichen eine Beratung oder Veranstaltung möchten, sprechen Sie die Beratungsstellen bei Ihnen (in Hessen) vor Ort an.  
 
unter www.profamilia.de können Sie schauen, welche Beratungsstellen bei Ihnen in der Nähe sind

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