Das Projekt

Vernetzung zur Unterstützung von
schwangeren, geflüchteten Frauen

Das Fachdialognetz für schwangere, geflüchtete Frauen ist ein Modellprojekt des pro familia Bundesverbandes. Es dient der professionellen Vernetzung, dem Austausch und der gegenseitigen Unterstützung von multidisziplinären Fachkräften, ehrenamtlichen Initiativen und Migrantenorganisationen – zum Beispiel aus dem Gesundheitswesen, der Geburtshilfe, der psychosozialen Beratung sowie aus Migrationsdiensten oder der Jugendhilfe. Ziel ist es Fachkompetenz zur Wahrung und Wahrnehmung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte im Dialog weiterzuentwickeln.

Oftmals halten Professionen aus dem gesundheitlichen und  sozialarbeiterischen Bereich sowie ehrenamtlich Tätige verschiedene Angebote für schwangere, geflüchtete Frauen vor. Ihre Vernetzung und Koordination untereinander sowie mit anderen Beteiligten hilft, einen Überblick über die Angebote zu behalten, vorhandene Kompetenzen zu bündeln – und so letzten Endes die sexuellen und reproduktiven Rechte der schwangeren, geflüchteten Frauen zu stärken.

Fachdialognetze aufbauen

In acht Städten in Deutschland erprobt pro familia Fachdialognetze für die Unterstützung schwangeren, geflüchteten Frauen. Diese Fachinformations- und Vernetzungsstellen für qualifizierte Hilfe und Unterstützung sind an die pro familia Beratungsstellen in Berlin, Bremen, Erfurt, Gießen, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig und Mainz angegliedert. Die Koordinatorinnen vor Ort sowie die Projektleitung beim pro familia Bundesverband wollen auf dem Weg des Fachdialogs nicht nur dazu beitragen, Angebote für schwangere, geflüchtete Frauen zu verbessern. Ein weiteres Ziel ist auch, genauer einschätzen zu können, welche Hilfe und Unterstützung schwangere, geflüchtete Frauen überhaupt brauchen.

Webplattform macht Wissen zugänglich

Neben dem Fachdialog im direkten Gespräch, an Runden Tischen und bei gemeinsamen Veranstaltungen spielt eine webbasierte Wissens- und Vernetzungsplattform eine zentrale Rolle für das Modellprojekt. Mittels Instrumenten wie Angebots- und Expertendatenbank, interaktiver Karte der Beratungsangebote und Dokumentensammlungen mit Fachtexten und Broschüren erproben die Beteiligten digitale Werkzeuge der Vernetzung.

Ziele

Gemeinsam Angebote für geflüchtete, schwangere Frauen  verbessern

Erfahrungen aus der Beratungsarbeit von pro familia zeigen: Die gute Vernetzung und Kooperation von unterschiedlichen Fachkräften trägt wesentlich dazu bei, Angebote zur Stärkung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte effektiv und wirkungsvoll umzusetzen. Für die Behandlung und Beratung geflüchteter, schwangerer Frauen fehlen solche Netzwerke noch. Das will pro familia mit dem Modellprojekt „Fachdialognetz für schwangere, geflüchtete Frauen“ ändern. Diese Schritte helfen dabei:

Handelnde vernetzen

Zwar gibt es bereits zahlreiche Initiativen und Unterstützungsprojekte für schwangere, geflüchtete Frauen, auch zur gesundheitlichen Versorgung. An koordiniertem Vorgehen fehlt es oft aber noch. In so komplexen Bereichen wie der psychosozialen Beratung und medizinischen Behandlung von schwangeren, geflüchteten Frauen arbeiten ganz unterschiedliche Akteure wie niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Krankenhausmitarbeitende, Hebammen, Mitarbeitende in Beratungsstellen, bei Migrationsdiensten, in der Jugendhilfe und im öffentlichen Gesundheitsdienst zusammen. Umso wichtiger wird es, diese Menschen miteinander zu vernetzen. Sonst besteht die Gefahr, dass viele Angebote nicht in Anspruch genommen werden können.

Projekt-Aufgaben:

Die Koordinatorinnen des Fachdialognetzes für schwangere, geflüchtete Frauen und die Projektleitung des pro familia Bundesverbandes

  • erfassen bestehende Angebote für schwangere, geflüchtete Frauen,
  • organisieren Runde Tische und Fachgespräche,
  • arbeiten eng mit den Trägern von Angeboten für schwangere, geflüchtete Frauen sowie mit Migrantinnenorganisationen zusammen.

Fachkompetenz weiterentwickeln

Durch die bereits bestehenden Initiativen und Angebote in der Flüchtlingshilfe verfügen die unterschiedlichen Akteure auf der einen Seite bereits über Fachwissen, mit dem sie schwangere, geflüchtete Frauen behandeln und beraten. Auf der anderen Seite steht dieses spezialisierte Wissen noch nicht allen Beteiligten gleichermaßen zur Verfügung. Fachspezifische Informationen für alle Handelnden zugänglich zu machen, stellt ein wegweisendes Potenzial zur Bündelung der Kompetenzen dar.

Projekt-Aufgaben

Die Koordinatorinnen des Fachdialognetzes für schwangere, geflüchtete Frauen und die Projektleitung des pro familia Bundesverbandes

  • sammeln und erheben praxisrelevante Informationen für Fachkräfte,
  • erstellen Informationsmaterial für Fachkräfte,
  • stellen Informationsmaterial über eine Webplattform zur Verfügung.

Wissen gewinnen

Um effektive Angebote zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechten zur Verfügung zu stellen, braucht es noch mehr Wissen darüber, was schwangere, geflüchtete Frauen brauchen und wünschen. Wissenschaftliche Daten zum gesundheitlichen Zustand und der Versorgung schwangerer, geflüchteter Frauen in Deutschland stellen jedoch einen blinden Fleck dar. Bisher gibt es keine empirischen Studien zum physischen Gesundheitszustand von Frauen im Asylverfahren, die Auskunft über notwendige Angebote für die Zeit der Schwangerschaft, der Geburt, im Wochenbett oder während der Stillzeit geben könnten. Mit dem Fachdialognetz für schwangere, geflüchtete Frauen will pro familia zusätzliches Wissen für zukünftige Angebote und für notwendige Forschung auf diesem Gebiet sichern.

Projekt-Aufgaben:

Die Koordinatorinnen des Fachdialognetzes für schwangere, geflüchtete Frauen und die Projektleitung des pro familia Bundesverbandes

  • ermitteln Forschungslücken und Forschungsbedarf,
  • diskutieren mit Fachkräften und sammeln Wissen,
  • entwickeln auf Basis der Erfahrungen im Modellprojekt Empfehlungen für die medizinische Behandlung und psychosoziale Beratung schwangerer, geflüchteter Frauen.
Hintergrund

Zur Situation schwangerer, geflüchteter Frauen

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